Vor ein paar Wochen bekam ich eine nette Mail aus einem Nachbardorf, in welcher ich um Hilfestellung, beim Bau eines Tanktrailers gebeten wurde.
Die Vorstellung des Modellbaukollegen war es einen Flachbettauflieger von Carson wechselweise auch als Tanktrailer zu nutzen. Dieses "Bäumchen wechsle dich Spielchen" erweckt Anfangs eine gewisse Logik. Durch eine simple und leicht lösbare Halterung könnten auf ein Chassis verschiedene Aufbauten kommen.
Ich bin allerdings der Meinung das so etwas die Möglichkeiten für ein Modell erheblich einschränkt.
Daher habe ich meine Überredungskünste angewandt und so entstand der Gedanke einen Tanktrailer zu bauen der Fest auf dem Chassis verbleibt.
Die Basis war also vorgegeben . Ein Flachbetttrailerchasis sowie ein bereit vorbereitetes 160 mm PVC-Rohr.
Leider war der Fotograf zu lahmarschig und somit gibt es vom Anfang keine Bilder.somit sind auf den ersten Bildern schon einige Anbauteile am Rahmen verbaut.
Das PVC-Rohr sollte mit Ronden am Beginn und am Ende versehen werden.
Der Gedanke an eine simple Geometrische Figur war so verlockend das ich hier einen groben Fehler begangen habe. Anstatt mir eine Urform für die Ronden zu basteln und das PS-Material quasi im Tiefziehverfahren darüber zu stülpen bin ich den holprigeren Weg gegangen. Obwohl ein großteil der nun anstehenden Arbeit nicht von mir sondern von Ralf ausgeführt wurde.
In das PVC-Rohr wurde ein Lattenkreuz geklebt und geschraubt und beide Enden mit einer Kunststoffplatte fest verschlossen.
Auf diese wurde dann ein schmaler Ring mittig aufgeklebt und um diesen herum ein Spantengerüst erstellt welches der angedachten Rondenform entsprach.Auf diese Spantengerüst klebte Ralf dann einzelne Segmente.
Mit Schrauben und Metallplättchen wurde das PS "um die Ecke" gezwängt und gut verklebt.
Das war der Fehler. Da das PS auf das Rohr geklebt wurde war der Außendurchmesser der Ronde plötzlich größer als 160 mm. Ich musste also den ganzen Rohrkörper ebenfalls mit PS verkleiden.
Nachdem die erste Lage Segmente aufgebracht war wurden alle Zwischenräume ebenfalls mit PS verschlossen.
Nachdem ich (hier durfte und wollte ich es selber machen) den Ronden einen ersten Schliff verpasst hatte,ging es mit dem spachteln und schleifen kräftig weiter.
Zwischenzeitlich hatte ich bereits die ersten Anbauteile gebaut. Der Carson - Rahmen ist dermaßen hoch , das man das Gefühl hatte das der "Elchtest" schon im Stehen misslingen würde.
Daher musste "untenrum noch was passieren damit der Schwerpunkt optisch tiefer wirkt. Eine funktionslose Staukiste kam mir da in den Sinn.
Und in Farbe.
Auch mein lieber Freund Pepe wurde zur Arbeit verdonnert. Er durfte die Kotflügel "dengeln".
Und wie das geht seht Ihr hier.
Benötigt werden stabile Rohrstücken passenden Durchmessers mit einer schönen Fase, Kupfer-,Messing- oder Aluminiumblech in passender Länge und Breite sowie Schlauchschellen (am besten sind wirklich zwei) .
Mit den Schlauchschellen wird das Band um den Rundkörper fest eingespannt.
Bevor alles Bombenfest sitzt sollte der überstehende Rand sauber ausgerichtet werden.
Nun wird der Rand über die Kante gedengelt. Beim Treiben von Blech sollte folgendes beachtet werden. Entweder man benutzt wie auf den Bildern zu sehen eine harte unterlage und einen "weichen" Hammer oder eine "weiche" Unterlage und einen harten Hammer.
Die entstehenden Falten werden auf einer festen Unterlage egalisiert.
Das Ergebnis sollte dann so aussehen.
Und so ist das ganze dann montiert.
´Während Pepe die Kotflügel dengelte machte ich mich über die Räder her da eine Einfachbereifung schöner aussah als die vorhandene Zwillingsbereifung.
Aus einigen Materialresten wurden passende Adapter für die entfernten inneren Räder gebaut und alles mit einer "Trommel" verkleidet.Ein Stück Computerkabel um die Trommel geklebt soll dem Ganzen den Eindruck ´von Bremstrommeln vermitteln. Die sind zwar ganz schön mächtig fallen aber am fertigen Trailer nicht mehr in das Auge das der Blick darauf von den Kotflügeln abgedeckt wird.
Als ich mich dazu entschloss einfach Computerkabel um die Trommeln zu kleben,kam von meinem Freund Pepe plötzlich der Spruch "Wir sind halt kreativ". Ich hatte mich bereits vorher damit herumgequält unserer kleinen Bastel- und Modellbaugruppe eine hübschen Namen zu suchen so etwas wie "Ensinger Modellschmiede" oder ähnlich. Doch der Spruch war sehr weise gewesen.
Denn nun wusste ich das wir die kreativen Modellbauer aus Ensingen sind.
der Name
war geboren und wird uns noch so hoffe ich viele Jahre begleiten.
Als nächstes hatte ich mir die Auslösemechanik der Sattelstützen vorgenommen. So etwas unschönes schrie nach "Versteck mich".
Ein Paar PS Reste und noch was gedrucktes wurde gut gemischt und heraus kam das. der Kasten wird über die Mechanik geschoben und mit zwei Minischrauben fixiert.
Außerdem hatte ich noch eine neue Stoßstange zusammengewürfelt. Alles irgendwelche Reststücke und somit ein gewaltiger Materialmix. In den mittleren Freiraum kommen dann noch die Rückleuchten.
Ich hatte ja schon weiter oben gesagt das ich die Ronden nicht selber angefertigt hatte sondern diese von Ralf gebaut wurden. Da er keine Ahnung von PS hatte durfte ich den Lehrer spielen und schickt Ralf immer mit "Hausaufgaben" nach Hause so das er den Umgang und die Möglichkeiten von PS Step by Step erlernt.
Faul war ich in der Zwischenzeit allerdings auch nicht und so entstanden also Staukasten und Abdeckkasten für die Sützenmechanik sowie die Stoßstange und die Bremstrommel Imitate.
Außerdem wurden noch die nunmehr rudimentären Tam-Felgen gepimpt.
Aus diversen PS-Schippseln und Rohrstücken entstanden die Naben (Made by CME)
Die zweifarbige Lackierung brachte mich schier an die Grenze zum Wahnsinn. immer wieder huschte ein Hauch Blau oder Weiß in die Falsche Ecke und ich war schon daran alles in Weiß zu belassen als mir die Idee kam einfach ein Stück Blaue Litze in die vermaledeite Kante zu kleben. Das Ergebnis befriedigte mehr als genug. Ein Sauberer Farbübergang und die "Zierlinie" wirkt sehr gefällig. Aus den Kabelresten und etwas Stahldraht entstanden dann noch die Ventilatrappen.Ich hatte das bisher noch an keinem Modell gesehen , fand es aber schön.
Eigentlich war es ja nicht mein Projekt , aber ich wollte meinen Keller etwas freier haben. Daher habe ich in den letzten Wochen den Trailer fertig gestellt.
Viele Teile wurden aus unterschiedlichsten Materialien gebaut. Die Domdeckel z.B. aus einer kleinen Holzscheibe und einigen PS - Resten.
Auch ein Ersatzrad kam an den Rahmen.
Die Leuchten der Heckpartie sind ebenfalls Eigenbauten. Befeuert werden sie mit SMD - LED´s welche ich von einigen alten Leiterplatten abgebruzzelt habe.
Auch die im Tank versenkten Rücklichter sind Eigenbauten.
Die Reflektoren seitlich auf dem Tank bestehen aus einem Flitterpapier und farbiger Folie.
Wenn klar ist welche Lichtanlage im Zugfahrzeug verbaut ist , kann auch die Elektrik vervollständigt werden.
Auf der Suche, nach einem zum SCANIA STAX passenden Trailer bin ich im Internet über den HST Truck gestolpert. das Design entstammt der Feder von Arnold Kioko Muthui
Nachdem ich Ihn konsultiert hatte bekam ich auch das Recht seine Bilder zur Veranschaung zu nutzen.
Ich fand das Design schick und will es nun Versuchen umzusetzen.
Als erstes wurde ein Rahmen gebaut und die Anlenkung des "Nachläufers" realisiert. Über einen Keil, welcher in die Führung der Sattelplatte eingreift, wird die Schwenkbewegung abgegriffen und über zwei Zahnräder sowie ein Gestänge auf den "Nachläufer" übertragen.
Da fertige Sattelstützen nicht unter den sehr breit bauenden Rahmen passen und eine Bedienbarkeit nach dem Aufbau der Hülle nicht mehr ohne weiteres möglich sein wird , habe ich mir halt meine eigenen konstruiert. Auf Die Grundoptik brauchte ich keinen gesteigerten Wert legen da von den Stützen am Ende nur noch ein kleiner Teil zu sehen sein wird.
Aus einem alten Spielzeugauto hatte ich noch einen Schwenkantrieb , welchen ich etwas modifizieren musste um einen größeren Weg zu bekommen. Diesen habe ich dann im Rahmen verbaut und mit den Stützen verbunden.
Der "Nachläufer" wurde wieder wie gewohnt aus PS-Platten gebaut.
Der bis jetzt nur aufgelegte Fußboden entstand aus den Resten der Silvesterfeier 2011/2012.
Meine Jungs waren wie jedes Jahr wieder Fleißig Raketenstäbe sammeln. Diese wurde mit der Proxxonsäge auf ca. 2,5 mm Stärke gesägt und auf eine Grundplatte geklebt . Nach dem Planschleifen der Platte habe ich etwas Abtönfarbe als "Lasur" aufgetragen und alles mit einem Feuchten Lappen eingerieben. Die Holzmaserung kam dabei besser zur Geltung und die Fasern richteten sich für den finalen Endschliff etwas auf.Mit Acryllack wurde die Platte letztendlich noch versiegelt.
Als nächstes habe ich den "Kofferaufbau" aus PS-Platten und allem möglichen Material was der Keller noch so hergab erstellt.